Um den achten Monat herum, ängstigt sich dein Baby vor fremden Personen. Es ist wichtig, dass du diese Ängste ernst nimmst. Wenn dein Baby fremdelt, dann hat es einen wichtigen Entwicklungsschritt geschafft. Das Verhalten ist völlig normal und du musst dir keine Sorgen machen. Versuche auf das Misstrauen deines Kleinen gegenüber Fremden entspannt zu reagieren.

Wann beginnt dein Baby zu fremdeln?

Kurz nach der Geburt sind die Sinne deines Kindes noch nicht vollständig funktionsfähig. Es sieht nur unscharf und kann auch Stimmen noch nicht klar differenzieren. Ab dem achten Monat hingegen hat es eine viel bessere Sehschärfe und hat die geistige Reife, zwischen bekannten Personen und Unbekannten zu unterscheiden. In der Fachliteratur wird das „Fremdeln“ daher auch als „Achtmonatsangst“ bezeichnet. Im 2. Lebensjahr hat dieses Verhalten seinen Höhepunkt erreicht und nimmt bis spätestens nach dem dritten Lebensjahr wieder ab.

Was steckt hinter der Angst vor Fremden?

Das Fremdeln bezeichnet ein sehr ängstliches Verhalten, dass dein Kind anderen Menschen gegenüber zeigt. Dies kann ein Versteifen sein, sodass sich dein Kleines nicht mehr bewegen mag - es ist starr vor Angst. Auch ein sehr abweisendes Verhalten, das Verweigern des Kontakts zu anderen, Schreien und Weinen und eine gewisse Launigkeit, wenn Fremde anwesend sind, gelten als typisch. Dein Kind sucht engen Kontakt zu dir, scheint an dir zu kleben oder versteckt sich hinter deinen Beinen. Das Fremdeln ist kein falsches Verhalten, sondern sehr wichtig. Die Natur hat dafür gesorgt, dass dein Kind immer in der Nähe vertrauter Personen bleibt.

Tipps zum Gewöhnen an eine fremde Umgebung

Fühlt sich dein Kind sicher auf deinem Arm kann es sich für die fremden Personen sogar interessieren. Ihm kann ja nun nichts passieren, denn bei Mami ist es sicher. Dein Kind wird die unbekannte Person nun vielleicht erst genau betrachten und sich auf den Kontakt zu dieser langsam einlassen. Jedes Kind fremdelt anders. Manche sind dennoch sehr neugierig, bei anderen ist die Angst intensiver. Eine wichtige Rolle spielt es, wie sich die Fremden deinem Kleinen nähern. Sind sie zu laut oder zu aufdringlich, löst das ein Rückzugsverhalten aus.

Ein langsames und behutsames Annähern empfindet das Kind als weniger bedrohlich. Verzichte auf Zwang. Wenn dein Kind von der Tante keinen Kuss aufdrücken lassen möchte, dann zwinge es nicht dazu. Gib dein Kind nicht in die Arme einer anderen Person, wenn es dies nicht möchte. Ansonsten kann es passieren, dass es auch das Vertrauen in dich verliert. Nimm die Ängste ernst! Lasse deinem Kind Zeit, von sich aus Kontakt zu dem Unbekannten aufzunehmen. Ist das Fremdeln sehr stark, nimm es auf den Arm oder halte seine Hand. Ein behutsames Erklären, wer der Fremde ist, hilft ebenso.

Quelle: www.letsfamily.ch