Nuggi – pro oder contraAn der Nuggi-Frage scheiden sich die Geister. Schadet die Nutzung den Zähnen? Hilft der Nuggi gegen den Plötzlichen Kindstod? Ist doch der Daumen die bessere Wahl? Manche Kinder beantworten die Frage ganz von selbst - und wollen gar keinen Schnuller oder nutzen den Nuggi nur als Einschlafhilfe. Andere hingegen sind geradezu süchtig nach den bunten Beruhigungsdingern.

Der Nuggi ist kein Ersatz für Bedürfnisse

Bevor du deinem Kind zur Beruhigung den Nuggi gibst, solltet ihr als Eltern überlegen, ob all seine Bedürfnisse gestillt sind. Müdigkeit, Hunger, Durst, Angst oder einfache Liebesbedürftigkeit sollten nicht durch einen Nuggi unterdrückt werden. Dieser sollte lediglich eine zusätzliche Hilfestellung sein, damit es deinem Kind leichter fällt, zur Ruhe zu kommen.

Vermeidung von Saugirritationen

Einen Nuggi solltest du erst einführen, wenn sich zwischen dir und deinem Kind eine gewisse Stillroutine eingestellt hat, damit es nicht zu sogenannten Saugirritationen kommt. Die Sorge, dass sich die Stilldauer durch den Nuggi-Gebrauch verkürzt, konnte von Wissenschaftlern jedenfalls nicht nachgewiesen werden. Und für Kinder, die den Schoppen bekommen, stellt sich die Frage nach Saugirritationen erst gar nicht - sie sind es gewohnt, an Gummi oder Silikon zu saugen.

Der Suchtfaktor

Saugen! Das ist es, was Kinder zu Nuggi-Liebhabern macht, denn der Saugreflex ist im Babyalter noch sehr stark ausgeprägt. So kann der Nuggi eine wirksame Einschlafhilfe sein, die vom Kind selbst steuerbar ist und somit eine ganz eigene Form der Unabhängigkeit darstellt. Kinder wachen im ersten Lebensjahr schliesslich häufig mitten in der Nacht für sehr kurze Zeit auf. Bei einem schnellen Wiedereinschlafen kann dann der Nuggi helfen.

Hier übrigens einige Tipps zum Einschlafen...

Tipps für die Nacht

Solange sich dein Kind den Nuggi nicht allein in den Mund stecken kann, empfiehlt es sich für die Eltern, einen Ersatz-Nuggi in Griffnähe zu haben. Mittlerweile führen viele Drogerien auch fluoreszierende Nuggis, die in der Nacht leuchten und so besser wieder auffindbar sind. Denn nichts ist lästiger, als sich mitten in der Nacht auf die Suche nach verschollenen Nuggis zu machen.

Zahnbelastung Nuggi?

Wie in vielen anderen Bereichen gilt auch hier: Über ein gewisses Mass sollte der Nuggi-Einsatz nicht hinausgehen, um die Zahnentwicklung deines Kindes nicht negativ zu beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen zu langem Nuggi-Gebrauch und einem Überbiss oder anderen Zahnverschiebungen gibt. Experten raten darum, die Nuckeldauer auf zwölf bis 18 Monate zu begrenzen. Vor allem sollte kein Nuggi nach dem Durchbruch der zweiten Zähne benutzt werden.

Nuggi oder Daumen?

Der Nuggi ist dem Daumen wegen der besseren Kontrolle des Saugverhaltens vorzuziehen. Bei Kindern mit chronischer oder immer wiederkehrender Mittelohrentzündung sollte allerdings zurückhaltend mit Nuggis umgegangen werden. Er kann ein zusätzlicher Risikofaktor für die Ventilationsstörung des Ohres sein.

Nuggi gegen Kindstod

Wissenschaftler aus den USA vermuten, dass das Risiko des Plötzlichen Kindstods durch die Nuggi-Benutzung reduziert werden kann. Die amerikanische Gesellschaft der Kinderheilkunde spricht aufgrund dessen sogar eine generelle Empfehlung aus, Nuggis spätestens ab dem zweiten Monat bis zum Ende des ersten Lebensjahres zu benutzen.

Nimm den Nuggi deines Kindes niemals zur Reinigung in den Mund! Es besteht das Risiko der Karies- und Virenübertragung.

Quelle: www.letsfamily.ch